Ein winterfestes Zuhause für Waisenkinder

Ein 2. Gebäude für das Waisenhaus mit Umfriedung für Garten.

Unsere Unterstützung gilt den vertriebenen Menschen aus Afrin in der Region Shehba bei Aleppo. So nahmen wir uns vor einem Jahr (im Herbst 2020) in Zusammenarbeit mit der Leitung des Serdem-Zeltcamps vor, den Waisenkindern dort ein winterfestes Zuhause zu geben. Inzwischen konnten wir mit Hilfe Ihrer Spenden und mit Unterstützung aus dem Be-Ruys-Fond der Niederländischen Ökumenischen Gemeinde Berlin zwei Gebäude für mehr als 19 Waisenkinder fertigstellen und gestalten.

Außerdem wurde ein festes Schulgebäude für bis zu 1.000 Kinder verputzt, gemalert, gestaltet und mit Mobiliar ausgestattet. Mit Unterstützung von Coworkers International begannen wir ein Schneidereiprojekt zur Beschäftigung von Witwen und zur Ausbildung junger Mädchen und Frauen.

Für die Fortführung dieser drei Projekte sowie die fortlaufende Überlebenshilfe für kranke, behinderte und verletzte Menschen sind wir auf Ihre Spenden angewiesen und bitten Sie um Ihre freundliche Unterstützung. Wir schicken ihnen gerne eine Spendenbescheinigung (nach Anfrage) zu. Diese ist steuerlich absetzbar. Bitte unterstützen Sie auch weiterhin die Menschen aus Afrîn, damit sie merken, sie sind nicht vergessen! Vielen Dank!

Vertrieben in eine ungewisse Zukunft

Kinder aus vertriebenen Familien aus Afrîn

Die Region Afrîn im Nordwesten Syriens war mit ihrer kurdischen Bevölkerung und zahlreichen Inlandsflüchtlingen aus Aleppo und anderen Orten lange Zeit ein Hort der Ruhe und des Friedens inmitten des syrischen Bürgerkriegs. Trotz eines Embargos durch die Türkei und umzingelt von Islamisten führten die multireligiösen Einwohner ein selbstverwaltetes, vielfältiges und tolerantes Leben. Sunniten, Aleviten, Yeziden, Christen und areligiöse Menschen lebten friedlich zusammen.

Von Januar bis März 2018 führte die Türkei einen blutigen Eroberungskrieg gegen die Region Afrîn und nahm am 18. März 2018 die Stadt Afrîn gemeinsam mit djihadistischen Terrorbanden ein. 350.000 Kurden flüchteten aus Afrîn und fanden keinen sicheren Ort, da eine Zuflucht nach Aleppo zu viel Bestechungsgeld kostete. Die Region Shehba, in der die Menschen strandeten, war bereits vom Krieg zerstört und vermint.

Bis heute halten sich etwa 200.000 Vertriebene aus Afrîn außerhalb von Aleppo in der Region Shehba auf. Die meisten Vertriebenen leben in Ruinendörfern und ca. 15.000 davon in Zelten aus feuergefährlichem Material, die im Winter der Kälte und Nässe ausgesetzt sind. Die Vertriebenen aus Afrîn leben unter anderem in fünf Camps in der Region Shehba.

Der Verein SOS Afrîn - ein Herz für Syrien!

Arme alte Witwe erhält Spende vom Verein SOS Afrîn

Die Pastorin Daniela Nischik ist seit 20 Jahren Leiterin des Evangelischen Blindendiensts Berlin. Seit 1995 war sie insgesamt 14 Mal in Süd-Kurdistan (Irak). 1999/2000 hat sie dort als Freiwillige als Englisch-Lehrerin an einer Blindenschule mitgearbeitet. Seit 1997 reiste sie auf dem Weg nach Süd-Kurdistan mehrfach durch Syrien. 2007 und 2009 leitete sie zwei kleine Reisegruppen nach Syrien.

Im Mai 2018 konnte sie mit einer vierköpfigen Delegation auf Einladung einer kurdisch-syrischen Frauenorganisation drei Tage lang die Geflüchteten aus Afrîn in der Region Shehba besuchen. Die Menschenrechtsdelegation hatte sich zu Aufgabe gemacht, die humanitäre Situation in Nordsyrien zu überprüfen und sich über die prekäre Situation der vertriebenen Menschen ein persönliches Bild zu  machen. Ferner wollte Pastorin Daniela Nischik Menschen nahe sein, die sie sonst immer nur auf Facebook oder im Internet gesehen hatte. Zum einen, um ihnen zu zeigen: Ihr seid nicht vergessen! und zum anderen, um nach der Reise hier Öffentlichkeit zu schaffen.

Daraus entstand die Idee, einen Verein zu gründen. Ihr unermüdliches Engagement fand Mitstreiter*innen. So wurde der gemeinnützige Verein „SOS Afrîn“ im September 2019 geboren.